zur Begegnung gegen den TSV Oberwittstadt –
mit Fotos vom Abschlusstraining !
„Moin Marcel,
unser letzter Kabinen-TALK datiert vom 17. April, vor dem Spiel gegen den FV Mosbach. Das war auch unser letztes kleines Erfolgserlebnis mit dem 4:4. Danach mussten wir leider bittere, aber auch z.T. verdiente Niederlagen gegen Waldbrunn, Diedesheim und zuletzt gegen Tauberhöhe einstecken.
Konnte man Waldbrunn noch als ‘normal‘ einstufen, gegen Diedesheim hätte man wohl eher ein Remis eingeplant, aber nicht unbedingt eine Niederlage bei Tauberhöhe. Eklatant waren dabei meines Erachtens die Abwehrschwächen zuletzt genau in den Begegnungen in Waldbrunn, gegen Diedesheim und auch zuletzt am Wochenende beim Spiel gegen die FSV Tauberhöhe.
Nun weißt Du, dass Julian Nagelsmann ca. 80 Millionen Co-Trainer auf Bundesebene hat, relativ gesehen geht es dir auf VfB-Vereinsebene ebenso. Und da gibt es natürlich auch Stimmen und Meinungen, die anderer Ansicht als die Deinen in Bezug auf Aufstellung und Einwechslungen sind.
Und nun lass mich die Aufgabe übernehmen, der dann hier fragen darf, bzw., wie soll man es sonst kommunizieren. Langer Rede kurzer Sinne – in der Vergangenheit war die Abwehrreihe Kunkel-Schönleber-Karrer-Rein ein Bollwerk, warum ist man davon abgekommen, indem man z.B. Nuno hinten links einbaute, dafür zuletzt Lukas, bzw. Nils gegen Tauberhöhe von Anfang nicht berücksichtigte. Ebenso sieht man dies im Angriff, wenn auch ein Vintonjak angeschlagen scheint, warum dann nicht ein Gehse von Anfang an Julian und Nuno unterstützt!? Das soll kein Vorwurf sein, ist jedoch u.a. teilweise Meinung der Aussenstehenden, denen man nicht generell den Fußball(sach)verstand absprechen darf.
Im letzten Spiel gegen FSV Tauberhöhe war man anfangs zuversichtlich und dachte, dass die Strategie darauf ausgerichtet war, möglichst lange das Unentschieden zu halten. Doch nachdem man sich zum wiederholten Male in den scheinbar ungeordneten Abwehrreihen überlaufen ließ und das 1:0 hinnehmen musste, ab diesem Zeitpunkt, schien die Mannschaft fahrig, unsicher und man vermisste das „erwartete Aufbäumen“. Mehrere Chancen der Gegner waren zum Glück erfolglos.
Wie sieht Deine Bewertung dieses Spiels aus?
Hi Sigi.
Die Situation zum aktuellen Zeitpunkt der Ligaphase haben wir uns vor 5 Wochen sicherlich anders vorgestellt und erhofft. Doch oft kommt es anders als man denkt, mit dem dadurch entstanden Druck müssen und werden wir umgehen! Eins kann ich definitiv versichern, wird hatten zu keinem Zeitpunkt dieser Phase abgeschlossen oder uns zu sicher gefühlt.
Gegen Waldbrunn und Diedesheim kannst du sicherlich verlieren, da beide Teams individuelle Qualitäten in ihren Reihen haben, die in dieser Liga genügen, um Spiele zu entscheiden und gerade diese waren es auch bei den Partien gegen uns. Die Niederlage gegen Tauberhöhe darf uns natürlich nicht passieren! Das Spiel zeigt aber auch exemplarisch was Druck mit einem Spieler/Mannschaft machen kann.
Also, wir sind sicherlich nicht nach Uissigheim gefahren, um unentschieden zu spielen, wir wollten gewinnen. Aber nach den Rückschlägen der Vorwochen, war es uns zu Beginn des Spiels wichtig über Ballbesitz Sicherheit in unser Spiel zu bekommen. Uns ist es leider nicht gelungen aus diesen Ballbesitzphasen den nötigen Druck auf die gegnerische Verteidigung zu generieren. Und wenn wir uns mal auf die Grundlinie gespielt hatten, fehlte die nötige Präzision bei den entscheidenden Querpässen. Das 0:1 fällt durch einen langen Schlag aus der gegnerischen Hälfte hinter unsere rechte Verteidigungskette, von Unordnung würde ich da nicht sprechen.
Ich glaube es würde den Rahmen sprengen wenn wir jetzt auf jede Personalie und Position eingehen (gerne können die Interessierten auch direkt auf mich zukommen), aber drei, vier Entscheidungen würde ich schon gerne begründen und darstellen.
Die Defensive ist und war sicherlich noch zu keinem Zeitpunkt der Saison unsere Sahneseite, dementsprechend haben wir gerade in der Winterpause und zu Anfang der Rückrunde einiges (auch) mit Erfolg versucht. Ich möchte nur daran erinnern, dass in der „erfolgreichen Phase“, die Idee Nuno nach hinten zu ziehen, absolut gefruchtet hatte. Er war im Gegensatz zur Vorrunde sehr gut in unser Spiel eingebunden und zeigte starke Defensivleistungen.
Beim Spiel gegen die Tauberhöhe, Max für Nils in der Innenverteidigung spielen zu lassen war unser Gedanke etwas mehr Präzision und Tiefe in unser Aufbauspiel zu bekommen. Max hatte sich in den Spielen zuvor oft zwischen die Innenverteidiger fallen lassen, um diese im Spielaufbau zu unterstützen, wodurch uns aber oft ein Spieler im Pressing auf den zweiten Ball im Mittelfeld verloren ging.
Beim Thema Angriff kommen aktuell einige Faktoren zusammen, die es nicht zwingend einfach für uns alle machen. Die tabellarische Gesamtsituation trägt hier schon einen großen Teil dazu bei – kurzer Gedankeneinblick: „Spielen wir jetzt erst recht offensiv, um den Druck von der Verteidigung fernzuhalten, oder doch defensiver, um uns wieder Sicherheit zu holen. Ändern wir etwas an unser taktischen Grundformation oder schafft das noch mehr Unsicherheit im Team? Setzten wir auf die Jungs, die im Training sind und Gas geben oder auf die, die grundsätzlich das Potential für die Startelf haben, aber durch Verletzungen, Arbeit oder Urlaub unter der Woche nur unregelmäßig anwesend sind !?“.
Dieser Austausch findet mit dem kompletten Team statt, um so auch jedem einzelnen die Chance zu geben seine Eindrücke und sein individuelles Empfinden einzubringen. Zudem haben wir einige Spieler in unseren Reihen, die nur auf einer Position in einem Spielsystem spielen können, hier müssen wir flexibler werden. Wir können aber auch nicht mit sechs offensiv denkenden Spielern in diese wichtigen Spiele gehen.
Kurzer Einblick zu unseren Offensivkräften und ihre aktuelle Situation.
Kenneth kann berufsbedingt aktuell so gut wir gar nicht trainieren. Leider fehlt im dadurch auch die erforderliche Fitness, um seine Qualitäten aufs Feld zu bringen.
Niko hat in den letzten Wochen einiges körperlich einstecken müssen und ist bekanntlich auch nicht mehr der Jüngste. Auch er kann dies nicht durch seine Erfahrung und Qualität ausgleichen. Dementsprechend braucht auch er seine Auszeiten.
Auf Nuno sind wir schon in der Reflektion auf das letzte Spiel eingegangen. Ich glaube, dass ein gesunder Wettkampf um die Startelf sowohl Lukas, wie auch Nuno guttut.
Julien ist nach der Rückkehr aus seinem Auslandssemester fester Bestandteil der Startelf. Ihm fehlt leider etwas die Endgeschwindigkeit, um sich noch öfters über die Flügel durchzusetzen.
Steffen zeigt in der Rückrunde starke Leistungen und ist mit einer der konstantesten Spieler. Gerade er würde aber in einem anderen Grundsystem nur schwer einen Platz finden, bzw. müsste seine Spielweise extrem anpassen.
Jan kann seit Start der Rückrundenvorbereitung beruflich bedingt nur noch maximal einmal pro Woche trainieren. Das merkt man seinen Leistungen extrem an. Natürlich kann er mit seinem Tempo Spiele mit einzelnen Situationen entscheiden. Dennoch wäre es wichtig ihn wieder öfters bei den Trainingseinheiten zu haben, um ihn auch taktisch wieder an die Mannschaft zu binden.
Timo hat uns in den letzten Wochen verletzungsbedingt gefehlt, konnte in dieser Woche aber wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Er ist der Spieler mit der meisten Diskrepanz zwischen Vor- und Rückrundenspielzeit. Durch die Rückkehr von Niko ist es für ihn schwer, sich wieder in die Startelf zu spielen. Er hat aber definitiv das Potential dafür.
Der kommende Gegner TSV Oberwittstadt konnte am Sonntag mit einem 1:0 Heimsieg gegen den TS Mosbach wohl die gesamte Landesliga-Gemeinde überraschen und wird daher vermutlich mit geschwellter Brust und entsprechendem Selbstvertrauen zu uns nach Sennfeld kommen. Natürlich kann man auch deuten, „ok, lass die mal in ihrer Euphorie kommen“ und wir werden sie auf den Boden der Realität zurückholen, Ich würde es mir, uns, der Mannschaft und dem Verein wünschen, dass wir diesen so wichtigen Dreier holen.
Euer Abschlusskreis nach dem Spiel in Uissigheim dauerte ziemlich lange.
Was hast Du deiner Mannschaft gesagt, bzw. wie baust Du, Max und Luca, die Mannschaft wieder auf, damit sie am kommenden Sonntag gegen den TSV Oberwittstadt unser “Verbleibticket für die Landesliga“ buchen!?
Mir war es nach dem Spiel besonders wichtig, die Jungs direkt wieder aufzurichten und als Mannschaft zusammenzuführen. Gerade nach solchen Momenten darf niemand allein gelassen werden – jetzt zählt Zusammenhalt mehr denn je.
Als Team nach Erfolgen gemeinsam zu feiern, ist einfach. Die wahre Stärke einer Mannschaft zeigt sich jedoch in schwierigen Phasen und nach Niederlagen. Genau dann gilt es, füreinander einzustehen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam weiterzumachen.
Auch solche Erfahrungen gehören zu unserem Lieblingssport Fußball dazu. Sie tun weh, aber sie können uns als Mannschaft noch enger zusammenschweißen, unseren Charakter stärken und am Ende die Grundlage für zukünftige Erfolge schaffen.
Jetzt sind wir alle gefragt – Spieler, Trainer, Betreuer und Fans. Nur wenn wir als echte Einheit auftreten, auf und neben dem Platz, werden wir gemeinsam unser Ziel erreichen. Lasst uns diesen Weg zusammen gehen!
Wie immer, vielen Dank für Deine Antworten und viel Erfolg beim Spiel gegen den TSV Oberwittstadt!
Gruß

